Import mit Scribus
Dieses Tutorial basiert auf "Scribus 1.3.5svn" vom 03.10.2008. An sich sollten alle Schritt auch mit früheren Versionen von Scribus (1.3.3, 1.3.4er Zweig) funktionieren. Allerdings besteht kein wirklicher Grund nicht auf die Entwicklerversion zu wechseln (nur das häufige Speichern nicht vergessen).
Nachdem ihr einen Py-Script-Export auf der YAK-Seite unter "Exportmöglichkeiten" durchgeführt habt, die Datei gespeichert und in einen Ordner entpackt habt, solltet ihr euch noch die Steckbrief-Bilder runterladen, die ihr auch auf der Export-Seite findet.
YAK unterstützt einen schnellen und einen langsamen Import. Folgende Unterschiede bestehen:
Der schnelle Import:
- Steckbrief darf nur aus Text und Bildern bestehen (z.B. keine Polygonzüge, ggf. über Masterpage einblendbar).
- Steckbriefelemente müssen festgelegte Namen haben.
- Styles des Dokuments müssen ein paar festgelegte Namen haben.
- Unter Umständen können nicht alle vordefinierten Eigenschaften des Templates übernommen werden.
- Der Import ist schnell: ein Template definiert, Script ausführen, alle Steckbriefe sind erstellt und gefüllt.
Der langsame Import:
- Ihr könnt den Steckbrief mit allen Mitteln layouten, wie ihr es wollt.
- Daten (Text, Bilder) können trotzdem nur in Text-Frames und Bilder eingefügt werden
- Steckbriefelement müssen festgelegte Namen habe (wie beim schnellen Import)
- Jeder Schüler muss einzeln in ein Dokument importiert werden (für jeden Schüler muss ein Script ausgeführt werden)
- Der gefüllte Template-Steckbrief muss entweder:
- gespeichert und in die eigentliche Abizeitung importiert werden
- oder jede Template-Steckbrief-Seite einzeln kopiert und in die Abizeitung eingefügt werden
Der schnelle Import der Steckbriefe nach Scribus
Steckbriefgerüst aufbauen
Startet Scribus und erstellt so viele Seiten, wie ein Steckbrief haben soll, z.B. zwei Seiten:

Erstellt nun den Steckbrief, trennt dabei zwischen variablen Feldern und konstanten Feldern, z.B. zwei unterschiedliche Text-Frames für "Geburtstag: " und für "08.12.1987".

Markiert man ein Objekt auf der Seite, klickt mit Rechts drauf und wählt "Properties" (oder "Eigenschaften"), bzw. drückt bei einem markierten Objekt F2, dann erscheint der Eigenschaftsdialog:

Im Eigenschaftsdialog keine Änderungen an Schriftart oder -größe vornehmen, dies wird über Styles geregelt. Mehr dazu gleich.
Namensvergabe
Jedem Feld muss ein eindeutiger Name zugewiesen werden! Die variablen Felder müssen sich an folgende Namenskonvention halten:
| Name | Bedeutung |
| fullname | z. B. "Stefan Wehrmeyer", Vorname und Nachname in einem Feld |
| vorname | Nur der Vorname |
| name | Nur der Nachname |
| gender | entweder "männlich" oder "weiblich" |
| die E-Mailadresse | |
| strasse | Die Straße mit Hausnummer |
| plz | Die Postleitzahl |
| stadt | Die Stadt |
| telefon | Die Telefonnummer |
| handy | Die Handynumner |
| geb | Das Geburtsdatum in der Form DD.MM.YYYY |
| addit1 | Extra-Kontaktinformation 1, nachfolgende Felder sind addit2, addit3 usw... |
| foto1 | Foto Nr.1, nachfolgende Bilder sind dann foto2, foto3 usw... |
| stbr1 | Das erste Steckbrieffeld, nachfolgende Felder sind dementsprechend stbr2, stbr3 usw... |
| kommentare | Enthält alle Kommentare/Grüße für die aktuelle Person, in einem Format, das unter Einstellungen Grüße-Export-Trenner eingestellt werden kann |
Beispiel:

Bitte benennt die variablen Felder (Text-Frames und Bilder) wie oben in der Tabelle beschrieben. Was genau stbr1, stbr2 hängt von der Anordnung eure Steckbriefs ab. Das gleiche gilt für die Steckbrief-Fotos. Auch die nicht-variablen Felder sollten merkbar Namen erhalten, das ist zwar ein gewisser Aufwand, aber notwendig. Als weitere Konvention ist es praktisch, dem Feld mit der Steckbrieffrage zu "strbr1" den Namen "frage_strbr1" zu geben. Diese Konventionen sind notwendig für korrektes Stylemapping beim Import.
Styling
Styles sind eine Ansammlung von Eigenschaften (Schriftart, -größe, Textausrichtung), die unter einem Namen gesammelt werden. Jedes Text-Element im Steckbrieftemplate sollte einen eigenen Style bekommen, der einen bestimmten Namen haben muss: "ELEMENTNAME_style", also z.B. "geb_style" für das variable Feld Geburtstag. Ausnahme: Die Steckbrieffelder können alle den gleichen Style haben, der muss dann "strbr_style" heißen, für die Fragen dementsprechend "frage_strbr_style" (wenn die Frage z.B. den Namen "frage_strbr3" hat).
Der Styles-Manager lässt sich über Edit (Bearbeiten) -> Styles öffnen bzw. mit dem Shortcut F3:

Dort einen neuen Paragraph Style anlegen. Der kann, muss aber nicht auf dem Default Paragraph Style basieren.


Diesen neuen Style kann man dann dem jeweiligen Feld zuweisen, um zu sehen, wie sich der Style beim Element macht. Dies geschieht im Eigenschaftseditor des Feldes im Abschnitt Text im Unterabschnitt "Style Settings". Dort kann man den "Paragraph Style" zuweisen:

Achtung
Bitte keine Style-Eigenschaften wie Schriftgröße, -art usw. über den Eigenschaftseditor ändern. Nur den Style im Style Manager bearbeiten, die Änderungen erfolgen automatisch für alle Element mit dem Style.
Automatische Style-Generierung
Falls du nicht alle Styles von Hand eintragen willst, kannst du auch das YAK Script schon ausführen (Script->Execute Script und dann "yakscript.py" wählen). Es erkennt automatisch fehlende Styles und kann sie erstellen. Danach kann lässt sich das Script abbrechen und die Styles lassen sich anpassen. Damit die neu generierten Styles im Style Manager auftauchen muss der ggf. geöffnet und geschlossen werden.
YAK-Import-Script starten
Ein fertiges Steckbrief-Template sieht vielleicht so aus:

Das Template sollte separat gespeichert werden, damit man es immer nochmal verwenden kann.
Wenn alle Felder den richtigen Namen haben und alle Styles existieren (die Styles kann man auch nach dem Import noch bearbeiten), dann kann das YAK-Script geladen werden:

Suche das Script "yakscript.py", das du heruntergeladen hast und öffne es.

Lies dir die Anweisungen im nächsten Dialog durch. Wenn nicht alle nötigen Styles vorhanden sind, wirst du ggf. gefragt, ob diese erstellt werden sollen. Es sollten unbedingt alle Styles vorhanden sein!
Sobald der Import-Vorgang loslegt kannst du den Fortschritt in der Fortschrittsanzeige am unteren Rand von Scribus beobachten:

Sobald der Import abgeschlossen ist, kannst du die fertigen Steckbriefe, die hinter dem Template-Steckbrief eingefügt worden sind, begutachten:

Auch, wenn dies in der vorliegenden Scribus-Version nicht wirklich sichtbar aktualisiert wird: die erstellten Elemente besitzen den jeweiligen Style. Ändert man den Style, so passen sich alle abhängigen Elemente an, sobald man im Style Manager auf "Apply" (Anwenden) klickt. Jetzt ist hoffentlich auch dem letzten klar geworden, warum Styles verwendet werden sollen: um ein Element auf einem Steckbrief umzustylen, muss nicht jedes Element einzeln bearbeitet werden, sondern nur zentral der Style angepasst werden.
Nun kann man den Template-Steckbrief am Anfang löschen und den Rest der Abizeitung um diese Steckbriefe herumbauen oder das ganze speichern und diese Datei in eine andere importieren (Page->Import).
Der langsame Import der Steckbriefe
Diese Variante wird nicht empfohlen, ist aber trotzdem verfügbar.
Die langsame Variante ist die genauere Variante: das Steckbrief-Template muss vorliegen mit allen korrekten Namen wie oben, allerdings ohne die notwendigen Styles. Um die Daten eines Schüler zu laden muss nun das Script mit dem Namen des Schülers ausgeführt werden, z.B. "001Albert.py". Die Daten fließen dann in das Template.
Jetzt muss die Seite komplett kopiert werden (alles markieren, kopieren) und dann in die eigentliche Abizeitung eingefügt werden. Dies ist natürlich wesentlich mühsamer und hat eine lineare Komplexität, während die schnelle Variante in konstanter Zeit schaffbar ist.